„Waldläufer“ hielt Area tagelang in Atem: Nach seiner Festnahme will die Polizei wichtige Fragen beantworten

„Waldläufer“ hielt Region tagelang in Atem: Nach seiner Festnahme will die Polizei wichtige Fragen beantworten


Nach mehreren Tagen auf der Flucht, konnte Yves Rausch am Freitagabend festgenommen werden. Der „Schwarzwald-Rambo“ hatte mehrere Waffen bei sich. 

  • Der 31-jährige Yves Rausch* aus der Schwarzwald-Gemeinde Oppenau hat am Sonntag vier Polizisten entwaffnet.
  • Die Polizei schätzte den Mann als gefährlich ein und warnte die Bevölkerung vor ihm.
  • Die Staatsanwaltschaft Offenburg teilte außerdem mit, dass R. als Jugendlicher wegen Volksverhetzung veruteilt worden ist (siehe Replace vom 16. Juli, 18.50 Uhr).
  • Alle bisherigen Nachrichten zu dem flüchtigen Mann aus Oppenau* lesen Sie in unserem vorherigen Information-Ticker.

Replace vom 18. Juli, 9.02 Uhr: Nach tagelanger Anstrengung ist die Erleichterung in Oppenau im Schwarzwald groß. Der seit Tagen flüchtige Yves Rausch konnte gefasst werden. Der 31-Jährige hatte bei einer Kontrolle seiner unlawful genutzten Gartenhütte am Sonntag (12. Juli) vier Polizisten bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Danach verschwand der Schwarzwald-Rambo im Wald.

Mit großen Aufwand suchte die Polizei nach dem Mann, den sie als „Waffennarr“ und „Waldläufer“ bezeichnete. Hunderte Beamte, Hubschrauber mit Wärmebildkameras, Spezialkräfte und Suchhunde waren um Oppenau im Einsatz, um Rausch zu finden.

Yves Rausch gefasst: Schwarzwald-Rambo mit fünf Pistolen, Beil und „Abschiedsbrief“ ausgestattet

Am Freitag (17. Juli) konnte die Polizei den Flüchtigen dank der Beobachtung eines Zeugen verhaften. Laut Einsatzleiter Jürgen Rieger saß Rausch in einem Gebüsch. Vor sich habe er sichtbar vier Pistolen platziert, auf seinem Schoß habe ein Beil gelegen und er habe einen Temporary dabei gehabt.

Kurz nach der Festnahme sprach die Polizei von einem „Abschiedsbrief“. Die Inhalte des Schreibens müssten noch genauer untersucht werden. Außerdem führte der Schwarzwald-Rambo noch eine weitere Pistole mit sich. Genauere Angaben zur dieser Waffen machte Rieger nicht, die Untersuchung der Pistole würde noch laufen.

Schwarzwald-Rambo gefasst: Polizei ermittelt in zwei Richtungen

Pressekonferenz nach Festnahme von Yves Rausch in Oppenau – Uwe Gaiser, Bürgermeister von Oppenau, Dr. Herwig Schäfer, Staatsanwalt von Offenburg, Reinhard Renter, Polizeipräsident von Offenburg und Jürgen Rieger, Polizeivizepräsident von Offenburg (v.l.)

© dpa / Philipp von Ditfurth

Nach der Festnahme ermittelten die Beamten in zwei Richtungen. Das erklärte Oberstaaatsanwalt Herwig Schäfer. Zum einen müsse aufgeklärt werden, wie die Festnahme ablief. Neben dem 31-Jährigen wurde dabei ein Polizist leicht verletzt. Es sei laut Einsatzleiter Rieger noch festzustellen, ob sich der Mann „leicht gewehrt hat oder aktiven Widerstand geleistet hat“.

Zum anderen wird das non-public Umfeld des Mannes untersucht. Die Frage: „Um welche Persönlichkeit handelt es sich?“ beschäftigt die Beamten. Auch ein Psychiater soll Rausch begutachten. Ob er „Substanzen, Medikamente oder Rauschmittel“ genommen hatte, wird überprüft.

Am Samstag (18. Juli) soll Yves Rausch dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser werde ihm den Haftbefehlt eröffnen, hatte Oberstaatsanwalt Schäfer gesagt. Dem 31-Järhigen wird besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen 

Schwarzwald-Rambo gefasst: Eine Individual bei Festnahme verletzt

Replace, 20.30 Uhr: Die Pressekonferenz zur Festnahme von Yves Rausch ist nun beendet. 

Replace 20.27 Uhr: Wie sich Rausch bei der Verhaftung verhalten hat, kann im Augenblick noch nicht gesagt werden, so der Staatsanwalt Schäfer. Er geht von einer Anklage wegen räuberischer Erpressung aus. Das könnte ein Strafmaß von bis zu fünf Jahren bedeuten.

Replace 20.24 Uhr: Um 17.17 Uhr konnte Yves Rauch gefasst werden, so Einsatzleiter Jürgen Rieger. Insgesamt wurden fünf Waffen gefunden. Die vier Einsatzwaffen der Polizisten und eine Pistole von Rausch selbst. 

Replace 20.22 Uhr: Zahlreiche Helfer aus Reihen der Polizei bis hin zur Bundespolizei half den Beamten vor Ort. Renter wünscht am Ende seiner Rede dem verletzten SEK-Beamten eine gute Besserung.

Replace 20.20 Uhr: Polizeichef Renter freut sich, dass das Konzept der Beamten erfolgreich umgesetzt wurde. „Es ging alles ohne große Verletzungen ab.“

Schwarzwald-Rambo gefasst: eine Individual bei Festnahme verletzt – Polizei äußert sich JETZT stay

Replace 20.18 Uhr: Der Bürgermeister von Oppenau freut sich, dass jetzt ein Schlussstrich unter den Einsatz gezogen werden konnte. Er bedankt sich auch bei allen Einsatzkräften und ist froh, dass das öffentliche Leben im Ort wieder regular weitergehen kann. Viele Bürger haben in der letzten Woche in Angst gelebt und das Waldgebiet gemieden. Er freut sich auch darauf, dass bald wieder Tagestouristen nach Oppenau zurück kommen werden.

Replace 20.17 Uhr: Der 31-Jährige muss sich wohl auch einem psychatrischem Gutachten unterziehen. Im Laufe der nächsten Tage wird sich dann auch zeigen, ob eine Anklage erhoben werden kann.

Replace 20.13 Uhr: Staatanwalt Dr. Schäfer bedankt sich bei der Polizei und den Zeugen für die erfolgreiche Festnahme. Am Samstag wird der Haftrichter entscheiden, ob der Haftbefehl gegen Yves Rausch weiter Bestand hat. Es muss außerdem die Verletzung des SEK-Beamten untersucht werden und die Spurensicherung wird den Tatort noch weiter untersuchen. Außerdem wurde Rausch eine Blutprobe abgenommen.

Schwarzwald-Rambo gefasst – Polizei äußert sich auf Pressekonferenz – Beamte waren sechs Tage im Einsatz

Replace 20.11 Uhr: Eine weitere Belastung für die Polizei battle die ständige mediale Überwachung. Zahlreiche Polizisten waren insgesamt in den sechs Tagen im Einsatz. Einige von ihnen mussten mehrmals hintereinander Nachtdienste leisten.

Replace 20.09 Uhr: Viele Beamte wurden stark gefordert bei dem Einsatz. Zum Teil „bis zum Rande der körperlichen Grenzen“. Eine besondere Herausforderung battle das Gelände, in dem sich der Täter versteckt hielt. Rausch selbst kannte sich intestine in dem Waldgebiet aus und konnte sich dort geübt bewegen.

Replace 20.07 Uhr: Der Verdächtige wurde dann in einem Gebüsch entdeckt. Er hatte die vier Waffen vor sich liegen, dazu ein Beil auf dem Schoß. Anscheinend hatte er auch einen Abschiedsbrief geschrieben. Bei dem Zugriff wurde ein SEK-Beamter durch das Beil leicht verletzt. Auch Rausch wurde leicht verletzt, wurde aber nicht ins Krankenhaus gebracht, sondern befindet sich in Polizeigewahrsam.

Replace 20.06 Uhr: Hubschrauber und Personenspürhunde wurden bei der Suche eingesetzt. Die Hunde schlugen an, darum ging man von einer frischen Spur aus. Der Bereich wurde daraufhin abgesperrt.

Replace 20.05 Uhr: Einsatzleiter Jürgen Rieger informiert über den heutigen Einsatz. Am Nachmittag gab es konkrete Hinweise zu dem Täter Yves Rausch. Die Polizei ging allen Hinweisen nach.

Festnahme nach Flucht: Schwarzwald-Rambo gefasst – Entscheidender Hinweis von Postbote

Replace vom 17. Juli, 19.34 Uhr: Die Polizei bekam wohl am Freitagnachtmittag den entscheidenden Tipp, wo sich Yves Rausch aufhalten soll. Wie die Mittelbadische Presse berichtet, gab ein Postbote den Beamten den Hinweis, dass sich der 31-Jährige in der Nähe des Lokals „Bierhäusle“ im Stadtteil Oppenau-Ramsbach aufhalten soll. Rausch wurde dann im angrenzenden Wald hinter der Gaststätte aufgegriffen. 

Nach Angaben der Bild-Zeitung wurde auch das SEK zur Ergreifung des „Schwarzwald-Rambos“ eingesetzt. Bei der Verhaftung des 31-Jährigen kam ein Taser – ein elektronisches Betäubungsgerät – zum Einsatz. Es soll außerdem ein Mensch bei der Aktion verletzt worden sein. Zunächst gab es die Meldung, dass Rausch angeschossen worden sein soll. Doch laut Mittelbadischer Presse widersprechen Augenzeugen dieser Behauptung. Über den Gesundheitszustand des 31-Jährigen ist derzeit noch nichts bekannt.

Replace vom 17. Juli, 18.27 Uhr: Die Flucht des 31-jährigen „Schwarzwald-Rambos“ ist vorbei. Das bestätigte die Polizei Offenburg. Ihnen gelang die Festnahme, nachdem sie mehrere Tage nach Yves Rauch gesucht hatten. Bei der Festnahme wurden vier Waffen bei dem Mann sichergestellt. Für 20 Uhr hat die Polizei eine Pressekonferenz angesetzt, auf der sie mehr Particulars zu dem Fall bekanntgeben will. Der 31-Jähriger wurde gesucht, weil er am vergangenen Sonntag vier Polizisten mit einer Waffe bedroht hatte, ihnen ihre Pistolen abnahm und dann anschließend in den Wald bei Oppenau flüchtete.

Bekannte des „Schwarzwald-Rambos“ äußern Befürchtung – Polizei ändert plötzlich Strategie

Replace vom 17. Juli, 15:27 Uhr: Die Polizei möchte die tagelange Schwarzwald-Flucht von Yves Rausch möglichst schnell und konfliktfrei beenden. Dazu ändert sie nun die Strategie: Er sei sich nicht mehr so sicher, dass Yves Rausch wirklich so gefährlich sei, wie er zunächst angenommen hatte, erklärte Reinhard Renter, Leiter des Polizeipräsidiums in Offenburg, laut Angaben der Bild-Zeitung.

Rausch soll sich nun selbst stellen. „Ich bitte ihn inständig, mit uns Kontakt aufzunehmen. Sollte er noch über Kommunikationsmittel verfügen, soll er uns anrufen. Oder über die Familie oder Freunde Kontakt aufnehmen. Wir sind nicht auf Konfrontation aus“, soll Renter weiter gesagt haben. „Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Über Freunde oder über die Familie.“

Mit ebendiesen dürfte Yves Rausch bereits in Kontakt stehen, mutmaßt die Polizei. Man gehe davon aus, dass Rausch sich noch immer in der Gegend aufhalte. Im oder am Wald. Dort gilt im Übrigen vorerst ein Schieß-Verbot – auch für Jäger.

Replace vom 17. Juli, 13:57 Uhr: VonYves Rausch fehlt weiterhin jegliche Spur. Unter den Bewohnern der Schwarzwald-Gemeinde macht sich Sorge breit. Bekannte des verschwundenen 31-Jährigen stellen Mutmaßungen an, wo sich Yves Rausch gerade aufhält und wie es ihm geht.

Oppenau: „Schwarzwald-Rambo“ weiterhin verschwunden – Bekannte von Yves Rausch spekulieren

Der Wirt eines Bistros in Oppenheim, Uwe Hauser, zeigt sich nicht allzu optimistisch, dass Yves Rausch noch auftauchen wird: „Wir haben dieses Jahr schon fünf Leute verloren“, sagte er gegenüber dem Focus. „Ich bin mir quick sicher, dass jetzt auch der Yves diese Geschichte nicht überlebt“. Hauser kennt Rausch einigermaßen intestine, die beiden haben vor dem Verschwinden des 31-Jährigen gemeinsam eine Hütte renoviert. 

Die ganze Wahrheit über ihn habe er jedoch auch nicht gekannt, gibt Hauser zu: „Hätte ich gewusst, dass er unlawful im Holzverschlag lebte und mit Waffen herumhantiert, hätte die Zusammenarbeit an der Hütte nicht stattgefunden“. Ein Freund von Hauser, der nun mit ihm an der Hütte arbeitet, hat eine Vermutung, wie es Yves gerade ergehen magazine. „Der sitzt im Trockenen. Yves kann da draußen theoretisch wochenlang überleben. Da gibt es Salate, Wurzeln und Gemüse, Obst und Beeren“.

Oppenauer rätseln: Wo hält sich Yves Rausch auf?

© image alliance/dpa / Philipp von Ditfurth

Yves Rausch: Oppenauer äußern sich über mögliches Auftauchen des „Schwarzwald-Rambos“

Hauser und seine Frau haben sich auch bereits Gedanken darüber gemacht, wie sie reagieren würden, wenn Yves Rausch plötzlich wieder im Dorf auftauchen würde. Die Ehefrau von Uwe Hauser hat sich für diese State of affairs einen Plan überlegt: „Ein Bier und einen Wurstsalat. Und dann ganz ruhig zusammen die Polizei rufen“. Das Vorgehen sei sogar schon mit der Polizei abgesprochen. 

Uwe Hauser selbst nimmt Yves Rausch für sein Handeln sogar quick etwas in Schutz. Einen Gewaltakt traue er dem 31-Jährigen nicht zu, der „Waldläufer“ sei durch die Konfrontation mit den Polizisten bedrängt worden. Ein anderer Oppenauer widersprichtHauser allerdings in dem Punkt. Dass Hauser im Besitz mehrerer geladener Waffen sei, stelle ein Risiko für die Bevölkerung dar: „Und was Yves damit vorhat, wissen wir nun mal nicht. Jedenfalls solange die Waffen oder Yves selbst nicht gefunden sind.“

Polizei sucht „Schwarzwald-Rambo“: Yves Rausch angeblich gesichtet – Experte gibt ihm kaum mehr Chancen

Replace vom 17. Juli, 7.38 Uhr: Die Polizei in Baden-Württemberg sucht auch am Freitagmorgen weiter mit einem Großaufgebot nach dem bewaffneten 31-Jährigen, der am Sonntagmorgen vier Polizisten entwaffnete und danach in einen Wald flüchtete. Von dem Mann fehle auch nach fünftägiger Suche jede Spur, sagte ein Polizeisprecher. Der vorbestrafte Mann ohne festen Wohnsitz battle am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in den Wald geflohen. Zuvor hatte Yves Rausch die vier Beamten in einer von ihm unlawful genutzten Hütte in Oppenau mit einer Waffe bedroht und ihnen ihre Dienstwaffen abgenommen.

Oppenau: Polizei setzt bei Großfahndung auf Hilfe von Überlebensexperten, Psychologen und ortskundigen Förstern

Die Ermittler nehmen an, dass er sich sehr intestine in dem unwegsamen Gelände auskennt. Die Polizei setzt bei der Suche nun auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, ortskundigen Förstern und Polizeipsychologen. Bisher sind mehr als 270 Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten eingegangen. Die Suche in alten Bunkern, Höhlen und verlassenen Gebäuden verlief bislang erfolglos. 

Am Vortag battle bekannt geworden, dass Yves Rausch als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt wurde (siehe Replace vom 16. Juli, 18.50 Uhr). Die Jugendstrafe von acht Monaten mit Bewährung wurde nach einer Part ohne weitere Vorkommnisse erlassen. Später habe es keine weiteren Ermittlungen wegen politisch motivierter Straftaten mehr gegeben. Staatsanwaltschaft und Polizei hatten angegeben, dass sie von keinem rechtsextremen Hintergrund ausgehen. 

Oppenau: Yves Rausch wurde als Jugendlicher wegen Volksverhetzung verurteilt

Replace vom 16. Juli, 18.50 Uhr: Yves Etienne Rausch, der seit Mittwoch flüchtig ist, soll Justizangaben zufolge als Jungendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung veruteilt worden sein. Im Alter von 15 Jahren habe er das Schild eines Jugendwerks durch das Entfernen und Hinzufügen von Buchstaben so verändert, dass die Aufschrift die Worte „Juden weg“ enthielt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Offenburg mit.

Außerdem sei während des Aufenthalts in dem Jugendwerk eine rechtsradikale Gesinnung zum Ausdruck gekommen, unter anderem durch Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen sowie judenfeindliche
Äußerungen. Die Jugendstrafe von acht Monaten auf Bewährung wurde nach einer Part ohne weitere Vorkommnisse erlassen. Später habe es keine weiteren Ermittlungsverfahren wegen politisch motivierter Straftaten mehr gegeben.

Großfahnung in Oppenau: „Der Schwarzwald ist kein Dschungel“

Replace vom 16. Juli, 14.32 Uhr: Der Gesuchte Yves Rausch kennt sich intestine in der Gegend rund um Oppenau im Schwarzwald aus, das ist bekannt. Um den 31-Jährigen zu finden, setzt die Polizei auf Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Um Anhaltspunkte zu seinem Verbleib zu bekommen, sollen sich Psychologen in den 31-Jährigen hineinversetzen, sagte Polizeisprecher Yannik Hilger am Donnerstag. 

Ist das Gebiet im Schwarzwald tatsächlich so unwegsam? Ein Nationalpark-Ranger gibt dem Gesuchten wenig Chancen. „Überall gibt es öffentliche Wege. Das ist kein großer zusammenhängender undurchdringbarer Dschungel“, sagt Nationalpark-Ranger Patrick Stader in einem Interview mit bo.de. Im Schwarzwald gäbe es zwar dichte Wälder, doch auch Flächen, die sehr durchschaubar seien. An den Wanderwegen gebe es häufig Quellen und Brunnen – der Gesuchte könnte genug zum Trinken finden. Im Wald gibt es nach Angaben des Rangers Wild zum Jagen.      

Oppenau – „Manifest“ hat für Polizei keine Bedeutung

Replace vom 16. Juli, 13.13 Uhr: Das „Manifest“ stammt auch nach Einschätzung der Polizei wohl nicht von dem gesuchten 31-Jährigen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Es gebe derzeit viele Hinweise, dass der Textual content über die Kritik an der Technisierung des Lebens und das einfache Leben im Wald nicht von dem in Oppenau geflüchteten 31-Jährigen geschrieben worden sei.

Das Schreiben sei zudem derzeit für die Ermittlungen ohne Bedeutung, sagte Sprecher Yannik Hilger am Donnerstag. Schon zuvor hatte der SWR berichtet, dass das sogenannte Waldläufer-Manifest (siehe Replace vom 15. Juli, 13.46 Uhr) von einem Mann aus Nordrhein-Westfalen 2005 verfasst wurde.  

Wo ist Yves Rausch? Hat der Gesuchte die Gegend rund um Oppenau verlassen?

Replace vom 16. Juli, 12.41 Uhr: Wo ist Yves Rausch? Ist der 31-Jährige noch im Raum Oppenau? Unter den zahlreichen Hinweisen zu Unterschlüpfen verfolgte die Polizei nach eigenen Angaben auch eine Mitteilungen über verdächtige Wahrnehmungen aus Regionen außerhalb des Renchtals

In einer Behörde in Offenburg kontrollierten die Polizei am Donnerstagmorgen einen Mann, der dem Gesuchten ähnlich gesehen haben soll.

Angeblich wurde der Gesuchte am Donnerstagvormittag im Barfußpfad in Hallwangen gesichtet, berichtet der Schwarzwälder Bote in seinem Dwell-Weblog. Spaziergänger sollen von Einsatzkräften gewarnt worden sein, heißt es. Die Polizei bestätigte diese Informationen zunächst nicht. Keine Gefahr gebe es demnach für Dornstetten im Raum Freudenstatt.

Wo ist Yves Rausch ? Bei der Polizei gehen zahlreiche Hinweise zu Sichtungen und vermeintlichen Unterschlüpfen ein. 

© Google Maps

Großeinsatz in Oppenau (Schwarzwald): In der Nacht fällt ein Schuss 

Replace vom 16. Juli, 9.26 Uhr: Seit vier Tagen durchkämmen Einsatzkräfte den Wald und die Gegend in Oppenau (Schwarzwald). Verschiedene Höhlen, alte Bunkeranlagen und verlassene Gebäude hat die Polizei nach eigenen Angaben durchsucht. Über 270 Hinweise seien bei der eigens eingerichteten Telefonnummer 0781 / 21-3333 und 0781 / 21-3334  bis Donnerstag eingegangen. 

Ein Vorfall in der Nacht sorgte zudem für Aufgregung: ein Schuss fiel in der Nacht am Sammelplatz der Polizei in Oppenau. Nach kurzer Hektik konnten die Beamten die Ursache klären, berichtet der Südwestrundfunk (SWR). Der Schuss habe sich aber versehentlich aus einer Waffe gelöst, als ein Polizist aus einem Mannschaftswagen ausgestiegen sei. Niemand wurde bei dem Vorfall verletzt. 

Nach Angriff von Yves Rausch: Weiter Ausnahmezustand in Oppenau 

Replace vom 16. Juli, 6.47 Uhr: Die Polizei hat am Donnerstagmorgen weiter mit einem Großaufgebot nach dem bewaffneten 31-jährigen Yves Rausch von Oppenau gesucht. Von dem Mann fehle nach viertägiger Suche jede Spur, teilte die Polizei am Morgen mit. Der vorbestrafte Mann ohne festen Wohnsitz battle am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in den Wald geflohen.

Zuvor hatte er vier Beamte, die ihn in einer Hütte am Waldrand aufgesucht hatten, unvermittelt mit einer Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Seither ist der 31-Jährige verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass er sich sehr intestine in dem unwegsamen Gelände auskennt.

Oppenau (Schwarzwald) im Liveticker – Wirbel um Ursprung des Schock-Manifests

Replace vom 15. Juli 2020, 19.14 Uhr: Weiterhin keine Spur von dem Mann, der mit vier geraubten Polizeipistolen im Schwarzwald auf der Flucht ist: Die Polizei habe ihre Maßnahmen im Hintergrund verstärkt, sagte Sprecher Yannik Hilger zum Fahndungsstand am Mittwoch. Deshalb seien weniger Beamte zu sehen.

In Oppenau im Ortenaukreis seien Präventionsteams unterwegs, um die Menschen zu beraten. Die Beamten kontrollierten weiter das Gebiet, in dem sich der Mann aufhalten könnte. Auch Spezialkräfte seien im Einsatz. Insgesamt seien es etwa200 Beamte, sagte eine Sprecherin.

Gleichzeitig prüft die Polizei ein mögliches „Manifest“ des 31 Jahre alten Deutschen. Es sei aber nicht gesichert, dass der Textual content tatsächlich von dem Mann stamme, sagte Hilger. Eine politische Richtung sei daraus nicht abzuleiten, es handele sich um einen Hinweis unter vielen. Der Textual content bestätige in erster Linie die Affinität des Mannes zum Wald, sagte Hilger.

Nach Recherchen des SWR stammt das Manifest nicht von dem Flüchtigen. Demnach sei es 2005 von einem Mann in NRW verfasst worden, der mit zwei Bekannten eine Waldläufer-Gruppe ins Leben gerufen hatte. Der Mann, der heute mit seiner Familie im nordrhein-westfälischen Moers lebt, bestätigte dem SWR„Der Textual content ist von mir!“, was wiederum ein Mann aus seiner damaligen Gruppe bestätigt.

Zuvor hatten Baden On-line und die Bild-Zeitung über das Manifest berichtet, in dem es um Kritik an der Technisierung des Lebens und um das einfache Leben im Wald geht. Baden-On-line hatte berichtet, der Textual content sei in einem Lokal in Oppenau hinterlegt worden.

Derweil weist der Fall unheimliche Parallelen zu einem schaurigen Fall aus Österreich auf. Ein tötete dabei zwei Polizisten und einen SEK-Beamten. Zudem zeigte sich eine Musikband entsetzt von dem Fall des „Schwarzwald-Rambos“ – vor allem wegen eines Particulars auf dem Fahndungsfoto.

Oppenau im Schwarzwald: Mutter von Yves Rausch hat Ratschlag an Polizei – Liveticker

Replace vom 15. Juli, 16.19 Uhr: Während die Polizei mit einem Großaufgebot nach dem flüchtigen Yves Etienne Rausch aus Oppenau fahndet, hat seine Mutter nun mit der Mittelbadischen Presse über ihren Sohn gesprochen. Yves sei nicht gewalttätig, beteuerte sie wie schon zuvor im Interview mit dem Nachrichtenportal baden on-line. „Ich bin wie gelähmt, es ist unbeschreiblich, was hier passiert“, sagte sie.

Der Sohn der 58-Jährigen ist derzeit wegen unerlaubtem Umgang mit Sprengmitteln noch auf Bewährung. Außerdem drohen ihm wegen räuberischer Erpressung fünf bis 15 Jahre Haft. Seine Mutter hat im Gespräch mit Bild.de einen Rat an die Polizei: „Sie sollte alle Kräfte abziehen. Nach ein oder zwei Tagen kommt er von ganz alleine aus dem Wald“, ist sie sich sicher und sagte weiter: „Natürlich hoffe ich, dass er da heil rauskommt. Aber ich hoffe auch, dass niemand sonst verletzt wird.“

Die Polizei hat unterdessen ihre Taktik geändert und einige Kräfte abgezogen. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) sucht derzeit gezielt in abgesteckten Waldbereichen. Dabei werden die Beamten von Hubschraubern und einer Hundestaffel unterstützt, heißt es bei Bild.de.

Oppenau im Schwarzwald: Schreiben des Flüchtigen bestätigt seine Affinität zum Wald – Liveticker

Replace vom 15. Juli, 13.46 Uhr: Nachdem bereits am Montagvormittag bekannt wurde, dass ein mysteriöses Schreiben des flüchtigen Yves Rausch aufgetaucht ist, hat die Polizei nun bestätigt, dass sie ein solches Dokument derzeit prüft. Es sei nicht gesichert, dass der Textual content tatsächlich von dem 31-Jährigen stamme, sagte Polizeisprecher Yannik Hilger am Mittwoch. Aus dem Schreiben sei auch keine politische Richtung abzuleiten, es handele sich um einen Hinweis unter vielen.

In erster Linie bestätigte der Textual content die Affinität des Verfassers zum Wald, sagte Hilger. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über das Manifest berichtet, in dem es um Kritik an der Technisierung des Lebens und das einfache Leben im Wald geht (siehe Erstmeldung vom 15. Juli). Laut Medienberichten battle der Textual content in einem Lokal hinterlegt. Ihre Fahndung nach dem Flüchtigen setzte die Polizei auch am Mittwoch fort. Viele Maßnahmen würden jetzt im Hintergrund ablaufen, sagte Hilger. In Oppenau seien Präventionsteams der Polizei unterwegs, um die Menschen zu beraten. Die Beamten kontrollierten weiterhin das Gebiet, in dem sich der Mann aufhalten könnte. Auch Spezialkräfte seien im Einsatz. Insgesamt seien es etwa 200 Beamte, sagte eine Sprecherin.

Am Sonntagmorgen hatte der 31-jährige Deutsche ohne festen Wohnsitz bei einer Kontrolle vier Polizisten mit einer Schusswaffe bedroht und sie gezwungen, ihre Dienstwaffen abzulegen. Daraufhin flüchtete er mit den Waffen in den unwegsamen Wald, in dem er sich intestine auskennt. 

Replace vom 15. Juli, 13.11 Uhr: Nun hat sich die Mutter des flüchtigen Yves Rausch aus Oppenau öffentlich geäußert. Sie beteuerte gegenüber dem Portal baden on-line, dass ihr Sohn ungefährlich sei. „Mein Sohn ist kein gewalttätiger Mensch“, sagte sie. Weiter erzählte die Mutter, dass sie selbst zu den aktuellen Geschehnissen nur Informationen aus Web und Fernsehen und keinerlei Kontakt zu ihrem Sohn habe. Auch von der Polizei habe sie nichts erfahren, sie sei lediglich von zwei Kommissaren befragt worden.

Oppenau/Schwarzwald: Mutter verrät Particulars aus dem Leben von Yves Rausch

Wie das Leben des 31-Jährigen aussah, erzählte die Mutter dem Portal baden on-line ebenfalls. „Er hat sich sehr in den Wald zurückgezogen, ab und zu schreiben wir miteinander“, sagte sie. Erst am vergangenen Mittwoch habe sie sich mit ihrem Sohn auf dem Wochenmarkt für einen Kaffee getroffen. Ansonsten habe sie ihn aber nur selten gesehen. Bei dem letzten Treffen sei er aber „völlig regular“ gewesen, „überhaupt nicht aufgekratzt oder so was“. Zudem erzählte die Mutter von Yves Rausch, dass der leibliche Vater ihres Sohnes 2018 verstorben sei. 

Die Frau denkt, dass ihr Sohn während seiner Haftstrafe „furchtbare Dinge“ im Gefängnis erlebt habe. Darüber habe er aber bislang nie sprechen wollen. „Er sagt nur: Eines Tages werde ich dir das mal erzählen“, so die Mutter. Angeblich habe er seine Schreinerausbildung während der Haftstrafte als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen. 

Yves Rausch soll im Gefängnis eine Schreinerausbildung gemacht haben. Trotzdem hat er den Weg zurück ins normale Leben bislang offenbar nicht gefunden. 

© Bildkombo: dpa/Polizei

Oppenau/Schwarzwald: Yves Rausch sich laut seiner Mutter als „Waldläufer“ bezeichnet

Doch Versuche, wieder auf den rechten Weg zu gelangen, schlugen offenbar trotzdem fehl. Als er im vergangenen Jahr dann seine Wohnung verlor, habe Yves Rausch zunächst bei seiner Tante gelebt. Schließlich sei er jedoch in den Wald gezogen. „Er wollte raus in die Natur, die Freiheit erleben“, erklärte seine Mutter gegenüber baden on-line. Von sich selbst habe ihr Sohn als „Waldläufer“ gesprochen. 

In der Hütte, an der sich am vergangenen Wochenende die gefährlichen Szenen mit den vier Polizisten ereigneten, habe R. gewohnt und dort von selbst angebauten Lebensmitteln gelebt. Er habe aus Holz Zwerge und Stäcke geschnitzt, die er verkaufen wollte, sagte seine Mutter weiter und betont: „Natürlich hat er dann ein Messer dabei.“ Die Frau hofft nun, dass ihr Sohn trotz der jüngsten Ereignisse eine Probability bekommt, „zurück ins normale Leben zu finden“.

Liveticker zu Oppenau/Schwarzwald: Yves Rausch auch nach drei Tagen noch auf der Flucht

Erstmeldung vom 15. Juli 2020: 

Oppenau – Er bedrohte und entwaffnete vier Polizisten und flüchtete anschließend in den Wald und ist seitdem verschwunden: Von Yves Rausch fehlt auch nach drei Tagen intensiver Suche immer noch jede Spur. Am Mittwochmorgen hat die Polizei weiter mit einem Großaufgebot nach dem schwer bewaffneten 31-Jährigen aus Oppenau gesucht. 

Oppenau/Schwarzwald: Wirres Schreiben von Yves Rausch in Kneipe aufgetaucht – Liveticker

Profiler Mark T. Hofmann hat unterdessen ein Schreiben analysiert, dass Yves Rausch laut einem Bericht von baden on-line offenbar kurz vor seinem Verschwinden aufsetzte und in einer Kneipe im Ort hinterließ. Der Titel des Schriftstücks: „Der Ruf der Wildnis“. „Als ich den ersten Satz des Schreibens gelesen habe, lief es mir eiskalt den Rücken herunter“, sagte Profiler Hofmann im Gespräch mit Bild.de. Der Grund: Er sieht Parallelen zum Manifest eines Bombenlegers aus den USA. Nähere Particulars dazu werden aus ermittlungstaktischen Gründen hier nicht veröffentlicht.

Die ersten Sätze aus dem Schreiben von Yves Rausch zitierte Hofmann wie folgt: „Der kultivierte Mensch – der zivilisierte Mensch unterscheidet sich vom „wilden Menschen“, von Tieren, vor allem durch seine Gabe, völlig ignorant zu sein.“ Der 31-Jährige sehe sich als etwas anderes, interpretierte Hofmann den Textual content. „Er spricht über die Zivilisation, als wäre er gar kein Teil davon. Als wäre er ein quick Außerirdischer, der von außen da drauf schaut. Er sieht sich als jemand externes. Als jemand, der nicht dazu gehört und auch nicht dazu gehören will.“ Das Schreiben von Yves Rausch enthalte aber keine Drohung. „Das ist im Grunde eine relativ harmlose Gesellschaftskritik“, lautet das Fazit des Profilers. 

Oppenau/Schwarzwald: Polizei stellt sich auf eine lange Suche nach dem 31-Jährigen ein

Die Hoffnung auf einen baldigen Erfolg bei der Fahndung nach Yves Rausch scheint bei der Polizei unterdessen nachzulassen. „Es wird vermutlich eine lange Suche“, stellte Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter noch am Dienstag in Aussicht. „Der Wald ist sein Wohnzimmer“, fügte er als Erklärung hinzu. Seit vergangenem Jahr ist der Gesuchte ohne Wohnsitz. Das mache es für die Polizei vor Ort sei schwierig, ihn zu finden. Der Wald um Oppenau sei 8,6 Quadratkilometer groß. „Das ist sehr unwegsames Gelände. Die Polizisten haben ja nicht nur einen Rucksack dabei. Wir sprechen hier über eine Ausrüstung von 20 Kilo, beim SEK sind es sogar 40. Die Beamten gehen damit ja nicht auf Wanderwegen spazieren, sondern überwinden Gelände mit Höhenunterschieden von 300 Metern“, verdeutlichte Renter weiter.

Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter informiert über die aktuelle Lage in Oppenau.

© dpa / Philipp von Ditfurth

Der zuständige Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer äußerte sich am Dienstag ebenfalls zu der Lage: „Wir wissen nicht, was den Schuldigen bewogen hat, so zu handeln“, sagte er. Laut Schäfer hat der Mann eine „große Affinität zu Waffen“. Der Oberstaatsanwalt bezeichnete den 31-Jährigen gar als „Waffennarr“. In der Schwarzwald-Gemeinde sei er bekannt und erscheine als etwas „seltsame Individual“. Er sehe sich als „Waldläufer“, der intestine allein in der Natur zurechtkomme. Die Ermittler nehmen an, dass sich der Gesuchte noch in der Area Oppenau aufhält. „Er lebt im Wald, er fühlt sich hier sicher“, sagte Polizeipräsident Renter.

Übrigens: Eine detaillierte Chronologie der Ereignisse in Oppenau finden Sie ebenfalls bei Merkur.de*.  (cia/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bilder: dpa/Polizei



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