Urlaub in Corona-Zeiten: Wer in Risikogebiete reist, sollte den Check selbst bezahlen

Urlaub in Corona-Zeiten: Wer in Risikogebiete reist, sollte den Test selbst bezahlen


Man muss kein Pessimist sein, um die aktuellen Infektionszahlen besorgniserregend zu finden. Sie sind ein Downside, wie man es auch dreht und wendet. Weltweit stecken sich jeden Tag so viele Menschen mit dem Coronavirus an wie nie zuvor. In Deutschland sind die Infektionszahlen wieder auf etwa 800 neue Fälle professional Tag geklettert. Ein Sturm zieht auf, die zweite Welle naht. Und angesichts der Ausbrüche in Österreich und auf dem Balkan liegt die Vermutung nahe, dass es nicht zuletzt Urlauber sind, die das Virus aus den Sommerferien zurück nach Deutschland bringen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will nun prüfen, ob Corona-Checks für Reiserückkehrer aus Risikogebieten zur Pflicht werden sollen. Gerade erst am Freitag hatten Spahn und die Gesundheitsminister der Länder sich in dieser Sache beraten. Es ist schwer zu verstehen, warum sich die versammelten Gesundheitsfachleute nicht zu diesem Schritt durchringen konnten und zunächst auf freiwillige Checks setzten. Sie haben so wertvolle Zeit verspielt.

Freiheit und Verantwortung ins richtige Verhältnis bringen

Spahns Ministerium wäre intestine beraten, die Frage nach der Testpflicht zügig zu bejahen und so Druck aufzubauen. Es stimmt, dieser Schritt ist ein Eingriff in die persönliche Freiheit, nichts, was man leichtfertig beschlösse. Doch Corona ist gefährlich, gerade für Ältere und Kranke. Deshalb wiegt der Schutz der Gemeinschaft schwerer als das Recht des Einzelnen, sich bei der Einreise dem (harmlosen) Abstrich verweigern zu dürfen.

In diesem Punkt gilt es wie schon so oft in dieser Pandemie, Freiheit und Verantwortung ins richtige Verhältnis zu bringen. Jeder Mensch ist frei, seinen Urlaub in einem Corona-Risikogebiet zu verbringen. Doch wer das tut, fordert sein Schicksal heraus, und weil dieses Virus ansteckend ist, auch das seiner Mitmenschen. Deshalb ist die Testpflicht richtig. Die Gesundheitspolitiker sollten noch an einem weiteren Punkt nachbessern. Der Beschluss vom Freitag sieht vor, dass die Gemeinschaft für die Kosten der Checks aufkommt. Warum eigentlich? Wer sich bewusst für ein Risiko entscheidet, der sollte dafür einstehen – und den Check selbst bezahlen.



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