Segregierte Städte in Amerika: Wenn die Hautfarbe über den Wohnort bestimmt

Segregierte Städte in Amerika: Wenn die Hautfarbe über den Wohnort bestimmt


Das erste Projekt, mit dem sich Stadtplaner Robert Moses in New York verewigen wollte, sollte eines für alle sein. Ein öffentlicher Park in Lengthy Seaside. „Jones Seaside“, ein zehn Kilometer langer Sandstrand am Atlantik. Moses plante 1928 nicht nur den Park selbst, sondern auch die Zufahrtstraßen dorthin, über die er tiefe Brücken spannen ließ. Gerade mal 2,80 Meter hoch. Zugang zum wunderschönen Jones Seaside hatte damit nur, wer im Auto anreiste, denn die Busse des Nahverkehrs passten nicht unter den Brücken hindurch. Nach der Deutung seines Biographen struggle es Ausdruck von Moses’ sozioökonomischen und rassistischen Vorurteilen. Weil Robert Moses mit seinem Park für alle eben nicht alle gemeint habe, sondern nur alle mit Geld und vor allem heller Haut.

Anna-Lena Niemann

Nun wäre es nichts weiter als ein unglücklicher Zufall, dass ein Rassist zugleich der mächtigste Stadtplaner New Yorks gewesen ist. Nur ist er kein Einzelfall. Diskriminierung in Städten und auf dem Wohnungsmarkt Amerikas struggle nie bloß eine Sache einzelner Vermieter oder Südstaaten-Bürgermeister, sondern das Ergebnis landesweiter, diskriminierender Gesetzgebung. Damit sind auch die Straßen, durch die die Black-Lives-Matter-Demonstranten ziehen, kein neutraler Boden. Die Städte bezeugen den Rassismus amerikanischer Stadtplanung des vergangenen Jahrhunderts, dessen Ergebnisse bis heute nachwirken.

Wer glaube, die Ungleichheit in einer Stadt wie New York, zwischen der weißen Higher East Aspect und der schwarzen South Bronx, liege allein am Geldbeutel der Bewohner, der irre, sagt Richard Rothstein. Der Professor und Historiker hat sich im Buch „The Shade of Legislation“ mit den historischen Ursachen der städtischen Segregation in den Vereinigten Staaten beschäftigt. Und er kommt zu dem Ergebnis, dass der vergleichsweise schlechte ökonomische Standing schwarzer Amerikaner nicht Ursache der räumlichen Trennung ist, sondern ihr Ergebnis. Rothstein beschreibt, in Element und Fülle, wie unter jedem Präsidenten seit Beginn des 20. Jahrhunderts Stadtplanung und Wohnungsmarkt als machtvolle Instrumente gedient haben, um Afroamerikaner vom Wohlstand fernzuhalten. „Wir haben ein Kastenwesen erschaffen“, konstatiert Rothstein. „Obwohl quick alle diese Regularien abgeschafft sind, wurden die Betroffenen nie entschädigt und die Effekte dauern an.“

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Wie konnte sich ein solches Ungleichgewicht bis heute fortsetzen? Am Anfang stehen zwei staatliche Vorgehensweisen, die den Grundstein gelegt haben: das „Zoning“ und das „Redlining“. „Zoning“ geht schon auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Im Grunde beschreibt es zunächst nichts anderes, als Flächen eine bestimmte Nutzung zuzuschreiben. Ein normaler und sinnvoller Prozess additionally, um Städte nicht den Interessen der Meistbietenden auszuliefern. Doch das „Zoning“ hat sich als wirksames Mittel erwiesen, um Segregation zu festigen und afroamerikanisch geprägte Viertel systematisch zu benachteiligen.



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