Daten für Juli: Zahl der Arbeitslosen steigt auf 2,9 Millionen

Daten für Juli: Zahl der Arbeitslosen steigt auf 2,9 Millionen


Nach dem Einbruch durch die Corona-Krise hat sich die Arbeitsmarktlage leicht stabilisiert. Vor allem die Kurzarbeit hat dazu beigetragen, dass die Arbeitslosenzahlen nicht steiler gestiegen sind.

Im Juli stieg die Arbeitslosenzahl um 57.000 auf 2,91 Millionen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Das sind 57.000 mehr als im Vormonat und 635.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg damit binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,three Prozent.

Wie aus dem Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur hervorgeht, lag dieser Anstieg im wegen der Sommerpause üblichen Rahmen. Laut Bundesagentur verhinderte allerdings nur der large Einsatz von Kurzarbeit einen stärkeren Anstieg.

Kurzarbeit gegen Arbeitslosigkeit

“Der Arbeitsmarkt steht wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck, auch wenn sich die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs befindet”, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele. “Der large Einsatz von Kurzarbeit hat stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsverluste verhindert.”

Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen, im März bei nur rund 2,5 Millionen. Damit conflict im Mai nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht, wie die Behörde mitteilte. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit liege damit weit über den Werten zu Zeiten der großen Rezession in den Jahren 2008 und 2009, sagte BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach.

Mittlerweile ist nach Angaben der Bundesagentur aber der Höhepunkt der Kurzarbeit überschritten. Für den Juli sei noch von etwa 4,5 Millionen Beschäftigten in Kurzarbeit auszugehen. Die Zahl neuer Anzeigen durch die Unternehmen sei deutlich gesunken, weshalb von einem weiteren Rückgang auszugehen sei.

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Arbeitsmarktzahlen im Juli 2020

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Die “drei I”

Terzenbach sagte, die weitere Entwicklung hänge “von drei I” ab: Dem Infektionsgeschehen, den Investitionen und den Insolvenzen. Das weitere Infektionsgeschehen in Deutschland, aber auch weltweit, sei der bestimmende Faktor. Bei den Investitionen habe es noch nie einen so massiven Einschnitt gegeben. Insbesondere bei nachhaltigen Investitionen, etwa am Bau, herrsche noch immer “große Zurückhaltung”.

Bei den Insolvenzen sei die Lage derzeit “auffällig unauffällig”. Die Bundesagentur erwarte im Herbst und dann im nächsten Frühjahr einen deutlichen Anstieg. Da es eine historisch einmalige State of affairs sei, lasse sich aber die Entwicklung nicht prognostizieren. Die Bundesagentur bereite sich mit ihren Instrumenten auf eine mögliche Insolvenzwelle vor. “Wie deutlich und wie groß eine solche Welle werden könnte, können wir derzeit nicht absehen”, sagte der BA-Vorstand.

Rücklagen der Bundesagentur schmelzen

Der starke Anstieg der Kurzarbeit und die Ausgaben für das Arbeitslosengeld wirken sich auch auf den Haushalt der Bundesagentur aus: Es seien bereits 11,three Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld ausgegeben worden, davon alleine rund fünf Milliarden Euro für die Sozialversicherungsbeiträge. Gerechnet hatte die BA ursprünglich mit 255 Millionen Euro für das gesamte Jahr 2020.

Beim Arbeitslosengeld seien bis Juli 11,2 Milliarden Euro und damit 30 Prozent mehr geflossen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die BA bekräftigte die Erwartung, in diesem Jahr ein Defizit von bis zu 30 Milliarden Euro zu machen. Die Rücklage von 25 Milliarden Euro würde damit vollständig aufgebraucht, die Lücke muss dann der Steuerzahler schließen.





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