Corona-Pandemie: Ab heute kostenlose Checks für Urlauber

Corona-Pandemie: Ab heute kostenlose Tests für Urlauber


Seit heute können sich alle Reiserückkehrer kostenlos auf Corona testen lassen. Gesundheitsminister Spahn rät, das Angebot anzunehmen. Umstritten ist die Finanzierung auf Kosten der Steuerzahler.

Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren, können sich seit heute auf das Coronavirus testen lassen. Auch ohne Krankheitsanzeichen werden die Kosten für die Checks übernommen, wenn sich die Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland untersuchen lassen. Das legt eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fest.

Der CDU-Politiker rief dazu auf, die neuen Testmöglichkeiten zu nutzen. “Wer von einer Reise zurückkommt, sollte sich testen lassen – freiwillig und kostenlos.” Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland seien ein deutliches Warnsignal. “Das Virus macht keine Ferien.” Die Checks sollen ein weiteres Instrument sein, um zu vermeiden, dass sich viele Infizierte unbemerkt über Deutschland verteilen.

Auch Wiederholungstest ist kostenlos

Die Checks sollen etwa an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Reiseknotenpunkten, in Gesundheitsämtern oder Arztpraxen möglich sein. Teststellen soll man zudem unter der ärztlichen Servicenummer 116 117 erfragen können. Übernommen werden auch die Kosten für einen Wiederholungstest professional Particular person. Dass man ein Reiserückkehrer ist, kann man zum Beispiel durch einen Boarding-Go, ein Ticket, eine Hotelrechnung oder andere Nachweise eines Auslandsaufenthalts belegen.

Je nach Auslastung der Testzentren sollte das Ergebnis nach etwa 24 bis 48 Stunden vorliegen. Bezahlt werden die Checks zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen – das Gesundheitsministerium hat aber bereits signalisiert, dass der Bund die Finanzierung am Ende über einen schon beschlossenen höheren Milliardenzuschuss an die Kassen übernimmt. Professional Check setzt die Verordnung vorerst 50,50 Euro für Laborleistungen an, für Ärzte ist eine pauschale Vergütung von 15 Euro vorgesehen.

Finanzierung in der Kritik

An der Finanzierung auf Steuerzahlerkosten gibt es Kritik. Spahn argumentiert dagegen, dass niemand aus finanziellen Gründen darauf verzichten sollte. Unentdeckte Infektionen könnten teurer werden. Der Deutsche Hausärzteverband warnte vor erheblichem Aufwand bei der Umsetzung, wenn nun viele Reiserückkehrer mit einer 72-Stunden-Frist für Checks in die Praxen kommen.

Im günstigsten Falle kriege ein Arzt Patienten noch irgendwo unter, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt. “Dann heißt es: Schutzausrüstung anziehen, Abstrich nehmen und Aufklärungsgespräch über Hygienemaßnahmen, Validität der Checks und deren Konsequenz führen.” Da wirkten die 15 Euro, die Hausärzte für einen Abstrich bekommen sollen, “wie ein schlechter Scherz”.

Strengere Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten

Strengere Regeln gelten für jene Reiserückkehrer, die in Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen waren. Welche Länder das sind, steht auf einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI), auf die am Freitag auch die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra kamen. Aus der EU steht zudem Luxemburg darauf.

Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich schon direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist.

SPD fordert Ausweitung der Checks

Bald soll für Rückkehrer aus Risikogebieten auch eine Testpflicht greifen – eine von Spahn angekündigte Anordnung soll im Lauf der kommenden Woche in Kraft treten. Dann soll gelten: Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder binnen 72 Stunden nach der Einreise. Bis ein negatives Ergebnis da ist, muss man in Deutschland in häusliche Quarantäne. Nachgewiesen werden muss das Ergebnis binnen 72 Stunden beim Gesundheitsamt mit einer Testbescheinigung in deutscher oder englischer Sprache.

SPD-Chefin Saskia Esken forderte angesichts steigender Infektionszahlen eine deutliche Ausweitung der Corona-Checks in Deutschland. Nötig sei eine Strategie, die es erlaube, durch flächendeckende und zugleich gezielte Checks Infektionen frühzeitig zu identifizieren und damit weitere Ansteckungsrisiken zu verringern, sagte Esken der “Rheinischen Submit”. “Da ist jetzt Verantwortung in Bund, Land und Kommune gefragt und gefordert.”




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