Corona-Krise in Offenbach: Ein Zirkus in der Krise

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Corona-Krise in Offenbach: Ein Zirkus in der Krise


  • Annette Schlegl

    vonAnnette Schlegl

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Erst kaum Einnahmen wegen der Corona-Krise, dann der Räumungsbescheid und ein drohendes Zwangsgeld vom Offenbacher Veterinäramt: Die Zirkusfamilie Frank ist verzweifelt.

Gerade kommt es knüppeldick für den kleinen Zirkus Barus, der im Offenbacher Stadtteil Bürgel „gestrandet“ ist. Der alljährliche Saisonbeginn in der Stadt fand wegen der Angst vor Corona erst nicht den gewünschten Zuspruch, dann mussten die Vorstellungen wegen des behördlich angeordneten Aufführungsverbots komplett gestrichen werden, und schließlich kam von der Stadt auch noch ein Räumungsbescheid mitsamt Androhung eines empfindlichen Zwangsgelds. Zu allem Überfluss musste sich Zirkusdirektor Marco Frank jetzt auch noch einer Rücken-OP in der Frankfurter Uniklinik unterziehen. Seine Frau Bianca Frank ist verzweifelt: „Mein Kopf ist voll und auch leer“, sagt sie. Das Auftrittsverbot hat die siebenköpfige Zirkusfamilie hart getroffen. „Wir hatten noch nie die State of affairs, dass wir nicht spielen konnten und durften.“

Seit sieben Jahren ist Offenbach für die Franks das erste Ziel der Zirkussaison. Nach dem Weihnachtszirkus in Hanau wird stets erst mal acht Wochen pausiert, dann geht es nach Offenbach. „Hier können wir normalerweise immer ein bisschen Rücklagen bilden“, sagt sie. Das sollte auch diesmal vom 6. bis 22. März so sein. Doch die Corona-Krise hat den Franks einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die erste Woche sei „nicht so schlecht“ gelaufen – wenn auch lange nicht so intestine wie die Jahre vorher. Doch dann siegte bei den Bürgern die Angst vor der Ansteckung. „Am 16. März hatten wir noch vier Gäste, von denen zwei sogar Freikarten hatten“, erzählt Bianca Frank.

Eine Bürgerin übergab Bianca Frank, der Chefin des notleidenden Zirkus, ein paar Karotten, die sie für die Tiere spendete.  

© Annette Schlegl

Am 17. März gab es eine neue Verordnung des Landes Hessen zur Bekämpfung des Coronavirus – und damit das Aufführungsverbot. Die Ordnungspolizei sei im Zirkus vorstellig geworden und habe erklärt, dass es keine Vorstellungen mehr geben dürfe, berichtet Frank. Am 19. März wandte sich die Familie an das Büro von Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), um zu erfahren, ob es irgendeine Unterstützung geben kann. „Da wurden wir auf morgen vertröstet“, sagt die Zirkuschefin.

Keine Einnahmen und jede Menge Ausgaben – die Geldsorgen in dem kleinen Zirkus mit seinen rund 30 Wagen und Anhängern sind groß. Einige Bürger haben Mitleid. Gerade biegt eine ältere Dame mit Mundschutz um die Ecke. Sie hat ein Bündel Karotten und zwei 5-Euro-Scheine in der Hand. Das Geld kommt von ihr, die Karotten von der Freundin. „Wir freuen united statesimmer, wenn sie hier nach Offenbach kommen und wollen jetzt helfen“, sagt sie der Zirkuschefin.

Hilfe für den Zirkus

Wer den Zirkus Barus finanziell unterstützen will, kann Geld auf das Konto der Familie Frank bei der Volksbank-Raiffeisenbank Glauchau überweisen, IBAN: DE27 8709 5974 0050 0756 05, BIC: GENODEF1GC1. ann

Auch ein Landwirt hatte ein Herz. Für die rund 40 Zirkustiere – Pferde, Ziegen, Lamas und Kamele – lieferte er riesige Heuballen an, die die Familie später bezahlen kann. „Die Futterversorgung für die nächsten zwei Monate ist dadurch gesichert“, sagt Bianca Frank. Ein Mann aus Babenhausen hatte für den Zirkus 200 Euro in einem Futtermittelgeschäft in seinem Wohnort hinterlegt. „Wir durften united statesdort Kraftfutter für unsere Tiere aussuchen“, so Frank. Und auch der Encumbered selbst gab noch Futter dazu. Eine Frau finanzierte zehn Sack Quetschhafer, die die Zirkusfamilie bei einem Landwirt in Offenbach-Rumpenheim abholen durfte. Einige Bürger kommen mit altem Brot an, das sie normalerweise an den Zoo geben, der jetzt geschlossen ist. „Den Tieren geht es intestine“, sagt Bianca Frank. Sie stehen trocken unter einem Zeltdach, haben im rückwärtigen Bereich Koppeln zum Auslauf.

Statt finanzieller Hilfe kam am 20. März, kurz vor 18 Uhr, die Ordnungspolizei und überreichte einen Bescheid des Veterinäramts, dass die Tiere ins Winterquartier in Schlitz zu bringen seien. Begründung: Durch die wirtschaftliche Schieflage aufgrund der Corona-Krise könne der Zirkus wohl die adäquate Versorgung der Tiere nicht mehr gewährleisten. Überprüft hatte das vor Ort aber niemand. Bis zum 21. März, 15 Uhr, seien alle Tiere „tierschutzkonform“ zu verladen, heißt es in dem Bescheid. Wenn der Zirkus dieser Anordnung nicht nachkomme, werde ein Zwangsgeld von 500 Euro professional Tag erhoben – beginnend am 22. März.

Recreation, tägliches Coaching und die Zeit totschlagen steht nun auf dem Programm.  

© Renate Hoyer

„Wir haben Widerspruch gegen diesen Räumungsbescheid erhoben“, sagt die Zirkuschefin. Die Franks können das Winterquartier im Vogelsberg nämlich nicht beziehen. Zum einen sei Schlitz nur die Meldeadresse, zum anderen gehört das dortige Grundstück den Geschwistern, die selbst zwei Zirkusse führen, ihre Tournee abbrechen mussten und jetzt Eigenbedarf haben.

„Wir sitzen hier in Bürgel auf einem privaten Gelände und haben noch einen gültigen Mietvertrag“, sagt Bianca Frank. Die Eigentümer hätten ihnen zugesichert, dass sie noch bleiben könnten. „Eigentlich wollen wir einfach nur die Zeit überstehen, bis es wieder Manege frei heißen kann“, erklärt sie.

Der Zirkus Barus müsse in seiner Heimatkommune finanzielle Hilfe beantragen, sagt Kerstin Holzheimer von der städtischen Pressestelle, so wolle es das Gesetz. Die State of affairs der Familie ließe sich additionally nur in Schlitz verbessern, „aber nicht, wenn sie hier bleibt“. Der Räumungsbescheid sei vorsorglich erteilt worden, damit der Zirkus zu seiner Meldeadresse zurückreise.

Der von der Familie erhobene Widerspruch habe auf jeden Fall aufschiebende Wirkung. „Solange von united statesauf den Widerspruch keine Antwort kommt, so lange gilt weder das Zwangsgeld noch die Räumung“, sagt Holzheimer. Das Veterinäramt werde sich alles noch anschauen, prüfen und dann im Sinne der Tiere entscheiden.



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