Corona in den USA: Neuinfektionen erreichen extremen Höchststand – Trump gibt China die Schuld an „Pest“

Corona in den USA: Neuinfektionen erreichen extremen Höchststand - Trump gibt China die Schuld an „Pest“


Die Coronavirus-Neuinfektionen in den USA steigen weiterhin alarmierend. Unterdessen erhebt US-Präsident Trump abermals schwere Vorwürfe gegen China.

Replace 12. Juli, 7.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump lehnt Masken in der Corona-Krise für sich selber eigentlich ab – nun hat er bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus einen Mund-Nasen-Schutzgetragen. Auf Fernsehbildern struggle zu sehen, wie Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington eine blaue Schutzmaske mit dem Siegel des Präsidenten trug. Nach Angaben des Weißen Hauses wollte Trump in dem Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige treffen. Er wollte zudem mit medizinischem Private zusammenkommen, dass sich in der Corona-Krise um Erkrankte kümmert.

Trump sagte vor Journalisten auf dem Rasen des Weißen Hauses vor dem kurzen Hubschrauberflug nach Bethesda auf eine entsprechende Frage: „Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen.“ Er fügte hinzu: „Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich struggle nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür.“ In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

Corona-Krise USA: Trump findet es plötzlich „großartig“, eine Maske zu tragen

Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump und das Weiße Haus begründen das damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde. Trump wird dennoch vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben.

Die Bilder aus dem Walter-Reed-Krankenhaus sind nicht die ersten, bei denen Trump eine Maske trägt. Bei einem Fabrik-Besuch im US-Bundesstaat Michigan im Mai hatte Trump bei einem Teil des Rundgangs eine Maske getragen und struggle dabei fotografiert worden.

Corona in den USA: Neuinfektionen erreichen extremen Höchststand – Trump gibt China die Schuld an „Pest“

Replace, 19.18 Uhr: In den kalifornischen Gefängnissen läuft die Lage weiter aus dem Ruder: Allein in der Haftanstalt San Quentin waren zuletzt über 1.000 Insassen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Jetzt sollen 8.000 Insassen aus überfüllten kalifornischen Gefängnissen entlassen werden, bereits zuvor waren über 10.000 Häftlinge freigekommen – insgesamt sitzen 113.000 Menschen in Kalifornien in Haft.

Vorläufig ausgesetzt wurde die Hinrichtung des Gefängnisinsassen Daniel Lee: Seine Angehörigen hatten am Freitag vor Gericht Recht bekommen – sie wollten bei der Hinrichtung anwesend sein, dies sei aber aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr in Gefängnissen nicht möglich. Die Hinrichtung von Daniel Lee wäre die erste auf Bundesebene seit 17 Jahren gewesen – Justizminister William Barr hatte auf die Wiederaufnahme von Hinrichtungen gedrängt.

Corona in den USA: Disneyland Florida eröffnet trotz steigender Infektionszahlen

Replace, 15.22 Uhr: Trotz steigender Coronavirus-Fallzahlen im US-Bundesstaat Florida hat der Freizeitpark „Walt Disney World“ seine Türen wieder für Besucher geöffnet. „Der Magic Kingdom-Park und der Disney’s Animal Kingdom-Park sind jetzt geöffnet“, hieß es nun auf der Webseite des Freizeitparks nahe der Stadt Orlando. Am Eingang werde die Körpertemperatur gemessen und Abstands- und Hygieneregeln müssten eingehalten werden, hieß es weiter. Normalerweise kommen quick 60 Millionen Menschen jedes Jahr in den Freizeitpark in Florida, der wegen der Coronavirus-Pandemie seit März geschlossen struggle. 

Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den USA unterdessen auf einen Rekordwert: Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag (11. Juli) lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66.627 Fällen (siehe Replace vom 11. Juli, 15.03 Uhr). Ein großer Teil der Neuinfektionen wird derzeit aus den südlichen und westlichen Bundesstaaten gemeldet – darunter Florida und Kalifornien.

Corona in den USA: Neuinfektionen erreichen neuen Höchststand 

Replace vom 11. Juli, 15.03 Uhr: Die USA haben einen weiteren Negativ-Rekord in der Corona-Krise erreicht. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie verzeichnete das Land nach Angaben Johns-Hopkins-Universität vom Samstag mehr als 66.000 Neuinfektionen an einem Tag. Die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen lag demnach genau bei 66.627. 

Erst am Donnerstag struggle die Zahl auf einen Rekordwert von 63.247 gestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, hat seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch zugenommen.

Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU in den USA insgesamt quick 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134 000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt in den USA zwar weiterhin deutlich niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen. Britische Experten warnen, dass im Herbst und Winter eine zweite Corona-Welle auf uns zukommt. Sie wollen „starke Beweise“ haben. Ein erneuter Lockdown könnte unumgänglich werden.

USA in Corona-Krise: Trump gibt China die Schuld an „Pest“ – „hätten sie stoppen können“

Replace vom 11. Juli, 9.31 Uhr: 
Donald Trump erhebt in der Corona-Krise abermals schwere Vorwürfe gegen China. Laut Berichten der Bild wirft der US-Präsident der chinesischen Regierung um Präsident Xi Jinping vor, die Verbreitung des Virus, dass er dabei als „Pest“ bezeichnete, nach Amerika und Europa nicht gestoppt zu haben. „Sie hätten die Pest stoppen können, sie hätten sie stoppen können, Sie haben sie nicht gestoppt“, so Trump weiter. Man hätte dafür gesorgt, die Ausbreitung des Coronavirus aus der Provinz Wuhan in andere Teile Chinas zu stoppen – nicht aber die weitere Verbreitung aufgehalten.

Auswirkungen könnte dies laut Bild auf ein neues mögliches Handelsabkommen mit China haben. Wie Trump weiter erklärte, sei die Beziehung zu China „schwer beschädigt“. An der verheerenden durch das Coronavirus ausgelösten Scenario in den USA gebe der US-Präsident China die Schuld. 

Der US-Präsident denkt außerdem darüber nach, die beliebte Video-App TikTok aus China in den USA zu sperren.

Coronavirus in den USA: Zahl der Neuinfektionen steigt weiterhin alarmierend

Unterdessen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA weiterhin alarmierend. Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) 63.643 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl derCorona-Toten sei um 774 auf quick 134.000 gestiegen. Erst am Donnerstag (9. Juli) hatten die USA mit 65.551 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das Coronavirus* seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen bei 3,18 Millionen.

Corona-Zahlen in den USA knacken traurigen Rekord: Trumps Prime-Virologe spricht von „schlimmstem Alptraum“

Replace, 22.21 Uhr: Inmitten der Corona-Krise bereiten sich Teile der USA nun auf einen tropischen Sturm vor – unter anderem musste auch Präsident Donald Trump eine für den Samstag geplante Wahlkampfveranstaltung absagen.

Unterdessen hat New York entschieden, dass Großveranstaltungen bis Ende September verboten bleiben, der Bundesstaat South Carolina verbietet den Alkoholverkauf in Bars ab 23 Uhr, während andere Staaten Bars bereits wieder schließen ließen. Eine einheitliche, die Bundesstaaten übergreifende Strategie ist damit weiterhin nicht in Sicht – unter anderem dies hatte Anthony Fauci als Mitursache für die verheerenden Zustände gewertet.

Corona in den USA: Donald Trump will Schulen wieder öffnen lassen

Replace vom 10. Juli, 16.47 Uhr: Während in den USA die Zahlen den Corona-Infizierten und -Toten Tag für Tag steigen, sieht Donald Trump keine Fehler im amerikanischen Umgang mit der Pandemie. Schon länger pocht er entgegen Empfehlungen auf die Wiederöffnung von Schulen.

Am Mittwoch (8. Juli) verwies er hinsichtlich der Schulen sogar auf Deutschland. „In Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und vielen anderen Ländern sind die Schulen ohne Probleme geöffnet“, schrieb er bei Twitter.

Bei dieser Aussage lässt Donald Trump offenbar die unterschiedliche Entwicklung der Pandemie außer Acht. Während in Deutschland die Schulen erst wieder geöffnet wurden, als die Neuinfektionen zurückgingen, sprechen die aktuellen amerikanischen Daten gegen eine Schulöffnung. Wenn die amerikanischen Bildungseinrichtungen weiterhin geschlossen blieben, könnte die staatliche Förderung begrenzt werden, kündigte der US-Präsident am Mittwoch an. 

Übrigens: Trump muss sich derzeit nicht nur immer wieder für seine umstrittene Corona-Politik rechtfertigen. Auch im Zuge der Russland-Affäre hat der US-Präsident zuletzt wieder für Missbilligung und Empörung bei anderen Politikern gesorgt.

Corona in den USA: Streit um Schulöffnung – Trump droht Bundesstaaten Gelder zu streichen

Nun legte er nach und wurde im Ton deutlich rauher. Am Freitag (9. Juli) schrieb er, dass sich virtuelles Lernen als schrecklich herausgestellt habe und die Schulen im Herbst wieder öffnen müssten. „Wenn sie nicht offen sind, warum würde die Regierung weiter Finanzierung geben? Wird sie nicht!!!“, machte er seinen Punkt klar.

Damit droht Donald Trump den Bundesstaaten, die die Schulen hauptsächlich verantworten, Gelder zu streichen, wenn die Bildungseinrichtugen nicht bis Herbst wieder offen sind. Und das kurz nach einem Negativ-Rekord – am 9. Juli meldete die Johns Hopkins Universität erstmals über 63.000 Neuinfektionen an einem Tag in den USA.

USA: Angeklagt wegen Verkauf falschen Corona-Arzneitmitttels – „nicht nur giftig“

Replace vom 10. Juli, 14.41 Uhr: Die US-Justiz hat Anklage gegen einen 62-Jährigen und seine drei Söhne erhoben, weil sie eine als MMS bekannte und giftige Bleich-Chemikalie als Wundermittel gegen das Coronavirus verkauft haben sollen. Über das ganze Land hätten sie zehntausende Flaschen davon über eine fiktive Kirche im Bundesstaat Florida vertrieben.

Die Angeklagten sollen es auch als Mittel gegen Aids, Krebs und andere Krankheiten angepriesen haben. Das geht aus der Anklageschrift hervor. Der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) lägen Berichte von Todesfällen nach dem Konsum des Produkts vor.

Den Männern werden unter anderem Betrug und Verstoß gegen das Arzneimittelrecht vorgeworfen. Ihnen drohten bis zu 17 Jahre Haft, schrieben US-Medien. Allein 2019 sollen sie eine halbe Million Greenback (rund 443.000 Euro) mit dem Mittel verdient haben, hieß es unter Berufung auf das Justizministerium. In der Corona-Pandemie seien die Einnahmen dann stark gestiegen.

Corona-Zahlen in den USA knacken traurigen Rekord: Trumps Prime-Virologe spricht von „schlimmstem Alptraum“

Replace vom 10. Juli, 6.55 Uhr: In den USA ist die Zahl der täglich festgestellten Neuinfektionen mit dem Coronavirus abermals auf ein neues Rekordhoch geschossen (siehe unten). Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt, wie aus am Donnerstagabend (Ortszeit) von der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Zahlen hervorging. Der vorherige 24-Stunden-Rekord lag bei 60.209 Infektionsfällen und struggle am Dienstag (7. Juli) verzeichnet worden.

In den USA breitet sich das Coronavirus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Universität zufolge inzwischen bei 3,1 Millionen. Auch wurden demnach seit Mittwoch (8. Juli) weitere 1000 Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle durch die Infektion stieg damit auf 133.195.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Coronavirus in den USA: Experte spricht vom „schlimmsten Alptraum“  – Trump gesteht keine Fehler ein

Nach Einschätzung von US-Immunologe Anthony Fauci sind die aktuellen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der USA auf die zu frühe Wiedereröffnung einiger Bundesstaaten zurückzuführen. „In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh“, so Fauci. Der Experte und Regierungsberater nannte Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe. 

Dass die USA mit momentan täglich um die 60.000 nachgewiesenen Neuinfektionen hohe Anstiege verzeichnen, führte Fauci dabei auch auf die Zerstrittenheit der amerikanischen Politik zurück: „Ich denke, man muss davon ausgehen, dass es ohne eine solche Spaltung einen koordinierteren Ansatz geben würde“. 

Corona-Krise in den USA: US-Präsident Donald Trump ist sich keiner Fehler bewusst (Archivbild).

© image alliance/dpa / Evan Vucci

Trump kritisierte den Immunologen unterdessen: „Fauci ist ein netter Mann, aber er hat viele Fehler gemacht“, sagte er im Interview auf dem Sender Fox. Die Experten hätten bei vielen Dingen Fehler gemacht. 

Auf einer Veranstaltung des US-Mediums The Hill bezeichnete Fauci das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit unterdessen als „schlimmsten Alptraum“. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei „wirklich bemerkenswert“, sagte Fauci. Er riet den besonders betroffenen Bundesstaaten, geplante Lockerungen der Corona-Auflagen auf Eis zu legen.

Corona in der USA: Trump redet im Netz Infektionszahlen schön – dann lügt er auch bei der Sterberate

Replace vom 9. Juli, 17.20 Uhr: Die USA führt mit Abstand die Weltliste der registrierten Corona-Infektionen an. Über drei Millionen Infizierte meldet die Johns-Hopkins-College am Donnerstag (9. Juli). Donald Trump beeindruckt das weiterhin nicht. Auf Twitter behauptete er, die Zahlen seien nur so hoch, weil in den USA so viel getestet würde.

„Der Grund, warum wir so viele Fälle haben, im Vergleich zu anderen Ländern, die nicht annähernd so viel getan haben wie wir, ist, weil unsere Testkapazität größer und besser ist“, schrieb der US-Präsident. „Wir haben 40.000.000 Menschen getestet. Wenn wir stattdessen nur 20.000.000 getestet hätten, würden wir nur die Hälfte an Fällen aufweisen.“

Trump behauptet, USA hätten beste Corona-Testkapazität

Die Organisation Our World in Knowledge wertet die Testkapazitäten im Ländervergleich aus. Ein Indikator um die Textkapazitäten vergleichen zu können, ist die Täglich-Positiv-Charge. Sie gibt an, welcher Anteil der täglich durchgeführten Checks positiv ausfallen. Je kleiner der Werte, desto besser die Testkapazität.

Laut Our World in Knowledge weist Mexiko mit einem Anteil von 55 Prozent die schlechteste Testkapazität auf. Mit einem Wert von 9,Three Prozent bewegen sich die USA im Mittelfeld. Für Deutschland gibt Organisation derzeit einen Anteil von 0,Eight Prozent an. 

Donald Trump spielt die Corona-Sterberate auf krude Artwork herunter

In einem weiteren Submit stellte Trump die These auf, dass die Sterberate eine der geringsten der Welt sei. Auch diese Aussage widerspricht der Datenlage. Laut einer Statistik der Johns-Hopkins-College starben in den USA 40,44 Menschen professional 100.000 Einwohner durch das Coronavirus. Nur in acht Ländern starben relativ zur Einwohnerzahl mehr Menschen. Darunter befinden sich auch Frankreich (44,69 Menschen), Schweden (53,83 Menschen) und Italien (57,77 Menschen).

Replace vom 9. Juli. 13.58 Uhr: Die Erforschung des Coronavirus und seiner Folgen hält Wissenschaftler weltweit auf Trab. Eine neue Studie über Atemnot aus Chicago könnte behandelnden Ärzten weiterhelfen – und Leben retten.

Corona-Zahlen schnellen nach Trump-Rede in die Höhe – doch er plant schon nächstes Mega-Occasion

Erstmeldung vom 9. Juli, 10.48 Uhr:

Tulsa/Washington – Die Corona-Pandemie* gerät in den Vereinigten Staaten zunehmend außer Kontrolle. Nach den Negativ-Rekord-Zahlen der vergangenen Wochen und Tage zeichnet sich in dem Land weiter keine Entspannung ab. Auch am Mittwoch registrierten einige Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona hohe Infektionsraten, teilweise wurden sogar Intensivbetten in Krankenhäusern knapp. Laut aktuellen Daten der Johns-Hopkins-College (JHU) gibt es derzeit 3.055.081 Corona-Infizierte und mehr als 132.000 Todesfälle in den USA (Stand: 9. Juli, 9.36 Uhr).

Corona-Krise in Trumps USA: Mehr als 60.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Zudem hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden laut JHU-Daten am Dienstag (8. Juli) bei mehr als 60.000 gelegen – dem bei weitem höchsten Wert bislang. In der Stadt Tulsa im US-Bundesstadt Oklahoma wurde ebenfalls eine deutlich erhöhte Charge von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt. Das ist vor allem bemerkenswert, weil die Neuinfektionen mit einer Wahlkampfveranstaltung des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump* in Zusammenhang stehen könnten. 

Vor rund zweieinhalb Wochen hatte Trump in Tulsa seine erste Wahlkundgebung abgehalten, seit die Corona-Krise die USA erreicht hatte. Damit setzte er sich über Bedenken hinweg, dass die Großveranstaltung die Ausbreitung des neuartigen Virus befördern könnte. Die große Mehrzahl der tausenden Teilnehmer der Kundgebung trug keine Atemschutzmasken* – auch der Präsident selbst nicht. Dass Trump* in der Öffentlichkeit keine Maske trägt, begründete die Sprecherin des Weißen Hauses Kayleigh McEnany, am Mittwoch erneut damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde.

Tausende Trump-Anhänger tummelten sich bei seiner Wahlkampfveranstaltung in Tulsa. Maskenpflicht gab es nicht.

© dpa / Stephen Pingry

Corona-Krise in den USA: Nach Trumps Wahlkampfveranstaltung steigen Neuinfektionen in Tulsa

Wie die örtliche Gesundheitsbehörde in Tulsa nun am Mittwoch vermeldete, wurde in der Stadt zuletzt eine Z
unahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen. Zwar wollte der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Doch als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: „In den vergangenen Tagen hatten wir quick 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten.“ Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen.

Präsident Trump lässt sich davon aber offenbar nicht beirren. Am kommenden Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire wieder vor Tausenden Anhängern sprechen – diesmal im Freien. Bei der Anmeldung für die Veranstaltung müssen alle Gäste zustimmen, dass sie „freiwillig alle Risiken übernehmen“, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber „stark ermuntert“, bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es. 

Übrigens: Der ehemalige TSV 1860-Spieler Florian Jungwirth kickt mittlerweile in der Main League Soccer in den USA. Über die aktuelle Corona-Scenario in den Vereinigten Staaten* spricht er im tz-Interview.

Trotz Corona-Krise in den USA: Trump drängt auf Schulöffnungen und zieht Vergleich mit Deutschland

Außerdem drängt der US-Präsident derzeit immer wieder darauf, die Schulen in den USA zu öffnen. Als Begründung schreibt er bei Twitter, dass Schulen in Deutschland, Dänemark, Norwegen und vielen anderen europäischen Ländern auch problemlos wieder geöffnet worden seien. Dass das Infektionsgeschehen in den meisten europäischen Ländern eine deutlich weniger bedrohliche Dynamik hat als in den USA, lässt er dabei außer Acht. Trump schiebt die gestiegenen Zahlen auf den Anstieg an Checks.

Auch interessant: Donald Trump wird nach Wahlkampf-Auftritt in Tulsa zum Gespött – bitterer Hohn und acht infizierte Mitarbeiter sind das Resultat (dpa/AFP/cia) *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © image alliance/dpa / Evan Vucci



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